Neu entdeckte Spinnenart im tropischen Regenwald baut spektakuläre Schleuderfallen

Forschern gelang es, die raffinierte Jagdtechnik der bisher unbekannten „Ballista-Spinne“ auf Video festzuhalten – Das winzige Tier nutzt eine geniale Methode, um ihre Beute in die Luft zu katapultieren

Der tropische Regenwald der Cape-York-Halbinsel im UNESCO-Welterbe der Wet Tropics of Queensland gehört zu den artenreichsten Regionen Australiens. Ein neu entdeckter, außergewöhnlicher Bewohner dieses Lebensraums, rückt die Region nun einmal mehr ins internationale Rampenlicht der Wissenschaft.

Zufallsfund im Urlaub: Neue Spinnenart baut katapultartige Fallen
Professor Dr. Greg Anderson, auf Spinnen spezialisierter emeritierter Forschungswissenschaftler am QIMR Berghofer Medical Research Institute in Brisbane, stieß bei einem seiner regelmäßigen Aufenthalte in der Mungumby Lodge bei Cooktown auf eine bislang unbekannte Spinnenart mit außergewöhnlicher Jagdstrategie.

Spinne baut winzige, kegelförmige Falle
Die als „Ballista-Spinne“ betitelte Art – benannt nach einer antiken römischen Waffe, die einen Stein mithilfe einer Feder verschoss – legt zunächst einen Ankerpunkt an einem Blatt, einem Ast oder auf dem Waldboden an, bevor die Spinne bis zu vier Stunden damit verbringt, bis zu 60 vertikale Spannfäden zu spinnen, die nahe am Boden kegelförmig gebündelt werden.

Sobald eine Grüne Baumameise – ihre bevorzugte Beute – den Seidenkegel attackiert und hineinbeißt, löst sich der Mechanismus: Die Falle schnellt blitzartig mehr als 30 Zentimeter nach oben und katapultiert die Ameise direkt in das Fangnetz der nachtaktiven Spinne.

Die ungewöhnlichen Beobachtungen von Anderson weckten das Interesse weiterer Experten. Dr. Jonas Wolff von der Universität Greifswald, Spezialist für die Biomechanik von Spinnenseide, und Dr. Ajay Narendra von der Macquarie University in Sydney schlossen sich seinen Untersuchungen an.

Spektakuläre Videoaufnahmen der außergewöhnlichen Jagdtechnik
Mithilfe modernster Hochgeschwindigkeitskameras gelang es dem Forschungsteam nun, den einzigartigen Fangmechanismus mit spektakulären Videoaufnahmen erstmals vollständig zu dokumentieren.

Mit einer raffinierten Falle katapultiert die „Ballista-Spinne“ gezielt Ameisen in ihr Netz

Emma Caton, Zoologin und Wissenschaftskommunikatorin vom Natural History Museum, klärt auf

Zum Footage-Download: https://bit.ly/4cKtVGT

Alle Ergebnisse der Forschungsarbeit wurden in der renommierten Fachzeitschrift Current Biology veröffentlicht und liefern neue Erkenntnisse über eines der faszinierendsten biomechanischen Systeme der Natur.

Die Entdeckung sorgte weltweit für Aufmerksamkeit und wurde unter anderem von der BBC, CNN, Discovery Channel und The New York Times aufgegriffen.

Mungumby Lodge: Wo Tourismus und wissenschaftliche Entdeckungen aufeinandertreffen
Für Hamish Haslop, Inhaber der Mungumby Lodge südlich von Cooktown, die den Wissenschaftlern als Basis für ihre Forschungsarbeit diente, bestätigt das internationale Interesse an dieser Entdeckung eine Überzeugung, die ihn seit seinem ersten Besuch im tropischen Norden Queenslands vor mehr als 40 Jahren begleitet.

„Die Menschen kommen wegen der Vögel, des Regenwaldes, der Ruhe und der Schönheit hierher in die Mungumby Lodge“, sagt er. „Was viele nicht wissen: Sie besuchen zugleich eines der großen natürlichen Forschungslabore unserer Erde. Noch immer warten Arten darauf, entdeckt und Verhaltensweisen darauf, verstanden zu werden. Jeder Forscher, der hier Zeit verbringt, erinnert uns daran, dass der Regenwald selbst die besten Wissenschaftler der Welt immer wieder überraschen kann.“

Seine Lodge ist weit mehr als eine Unterkunft für Naturliebhaber. Seit 25 Jahren bietet sie Forschenden, Naturbegeisterten und Entdeckern einen besonderen Zugang zu einer der artenreichsten Regionen Australiens. Eingebettet in die tropischen Regenwälder der Cape-York-Halbinsel im UNESCO-Welterbe der Wet Tropics of Queensland hat sich die Mungumby Lodge zu einem Treffpunkt für Menschen entwickelt, die Australiens außergewöhnliche Tierwelt erforschen und erleben möchten.

Wissenschaftler, die sich mit Baumkängurus, Fledermäusen, seltenen Fröschen, Reptilien, Spinnen, Insekten, Beuteltieren und Vögeln beschäftigen, haben die Lodge über die Jahre immer wieder als Ausgangspunkt für ihre Feldforschungen genutzt.

Zu den außergewöhnlichsten Entdeckungen gehört unter anderem ein ungewöhnlicher Stummelfüßer (Peripatus bzw. Velvet Worm) – ein uraltes Tier mit faszinierender Evolutionsgeschichte. Der Fund erregte sogar die Aufmerksamkeit von Sir David Attenborough und wurde in der renommierten Dokumentationsreihe First Life vorgestellt. Die Mungumby Lodge diente dabei als einer der Drehorte. Weitere Informationen unter https://mungumby.com/where-tourism-and-scientific-discovery-meet/.

Mehr Einzelheiten über die Region in Tropical North Queensland unter https://tropicalnorthqueensland.org.au/where-to-go/cape-york/.

Nach oben scrollen